Neue Produktionslinie

GUSSEK Fensterbau wurde 1995 als Tochterunternehmen des norddeutschen Fertighausherstellers GUSSEK HAUS in Elsnigk gegründet. Hintergrund war seinerzeit die Absicht der Gesellschafter, eine qualitativ anspruchsvolle Fensterproduktion und eine exklusive Belieferung des bundesweit tätigen Fertighausspezialisten sicherzustellen. GUSSEK HAUS hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Zweitwerk vor den Toren von Dessau eröffnet, um dem Hausbau-Boom nach der Wende mit einem nahegelegenen Produktionsstandort mit wirtschaftlichen Produktionsbedingungen zu punkten. Trotz aller Individualität im modernen Fertighausbau waren es in den Anfängen von GUSSEK Fensterbau in aller Regel identische Fenster (nur ein System, in Größe, Bauart und Design stets wiederkehrende Fenstertypen), die in Elsnigk gefertigt wurden.

Der Weitsicht der Geschäftsführung und dem Fleiß, Engagement und Können der Mitarbeiter war es dann zu verdanken, dass man Ende der 90er das Leistungsspektrum um den Fensterbau im Denkmalschutz erweiterte. Schnell sprach sich die Qualität von GUSSEK-Fenstern in der Branche herum und GUSSEK Fensterbau erwarb sich große Aufmerksamkeit bei Architekten und Planungsbüros, die sich auf den Denkmalschutz spezialisiert hatten. In der Folgezeit erschloss sich das Unternehmen den Fenstermarkt im Großraum Berlin, Leipzig, Halle, Magdeburg und Dresden und machte sich dank seiner Flexibilität speziell bei Fenstern und Türen in denkmalgeschützten Gebäuden einen klingenden Namen. Inzwischen hat sich auch das individuelle Projektgeschäft sowohl im denkmalgeschützten, wie im konventionellen Neubaubereich ausgezeichnet entwickelt.

Das Resultat aus dieser positiven Entwicklung war ein kontinuierlich steigender Auftragseingang, der wiederum neue größere und veränderte Anforderungen mit sich brachte, denen das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt mit einer Erweiterung und Erneuerung des Maschinenparks begegnete. 1,8 Mio. Euro wurden zu Beginn der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts in die Produktionsanlage und die IT-Organisation investiert.

Notwendig wurden diese Schritte auch durch die steigenden Anforderungen hinsichtlich Wärme- und Schallschutz sowie Sicherheit. Die führten zu einer  ganzen Reihe neuer Fenstersysteme, die wiederum den Fensterproduzenten verpflichteten, verschiedene Fenstersysteme, sogar innerhalb eines Auftrages liefern zu können.
Zum Jahreswechsel 2010/11 wurde die Rohteile-Fertigung deshalb komplett erneuert. Mit einer sogenannten verknüpften Anlage war man fortan auch in der Lage, neueste höchst effiziente Fensterbau-Software einzusetzen.

Um die Zielsetzung "individuelle Fenster möglichst rationell zu fertigen" zu erreichen, wurde ein Weinig Conturex Profilcenter mit einer neuen Kapp- und Hobellinie derart verknüpft, dass Sie zentral und von nur einer Person bedient werden kann. Die Conturex garantiert u. a. eine äußerst präzise, vollautomatisch und höchst flexible Bearbeitung aller bekannten Eckverbindungen, Längsbearbeitungen innen und außen, Bohrungen, Ein- und Einsatzfräsungen. Sie ist die Basis für eine  Fensterfertigung unter völlig neuen Aspekten: präzise Positionierung mit dem Zangentisch bei hoher Flexibilität durch Werkzeugmagazine mit bis zu 96 Plätzen bzw. Komplettbearbeitung von Fenstern in einer Aufspannung bis 6 m Länge bei vollautomatischem Ablauf.

Mit der neuen Einheit wurden nicht nur alle gängigen Fenstersysteme auf den neuesten Stand versetzt, es wurden auch weitere Systeme, wie bspw. das IV 92 Hebe-Schiebeelement kurzfristig ergänzt. "Vor der Erkenntnis 'Splitten kostet Zeit und Werkzeug kostet Geld' haben wir uns in Zusammenarbeit mit unserem Werkzeughersteller für zwei Werkzeugvollsätze mit 'eingebauter Flexibilität' entschieden", berichtet Geschäftsführer Rüdiger Meixner. "So können wir vom 68er Rahmenprofil ohne Umbau auf ein 78er und aus dem 78er auf ein 92er Profil wechseln".

Noch wird nach der Rahmenfertigung manuell verleimt, weil die Geschäftsführung eine Step-by-Step-Philosophie für sinnvoll erachtet, um den Mitarbeitern mittels "Learning by doing"-Methode an die neue Technik heranzuführen will, doch die neue Produktionsanlage ist für eine vollautomatische Fertigung ausgerichtet und die markiert das erklärte Ziel. Auch bei der Software hat man sich für die schrittweise Umsetzung entschieden. Im ersten Stepp wurde zunächst die Maschinenansteuerung aktualisiert. Seitdem müssen sämtliche Konstruktionsdetails in der AV exakt erfasst werden, wo vorher schon mal eine Notiz auf den Fertigungspapieren ausgereicht hatte.

Das Fazit ein Jahr nach Umsetzung der Produktionslinie fällt uneingeschränkt positiv aus: dank der professionellen Unterstützung des Software-Lieferanten werden die Möglichkeiten des Centers optimal ausgeschöpft. Der Fertigungsgrad des Pofilcenters konnte um 50% erhöht werden. Selbst Rundbogenfenster können heute komplett fertig bearbeitet werden inklusive aller Beschlagbohrungen und -fräsungen. Die zahlreichen Festverglasungen können via Wechselfalz produziert werden, was zusätzliche Teile einspart.

Hatten die Fenster aus dem Spezialgebiet Denkmalschutzsanierung die Fertigung in der Vergangenheit schon mal vor individuelle Probleme gestellt, sind Fenster unter Denkmalschutzvorgaben heute ohne zusätzlichen Aufwand mit großer Flexibilität zu fertigen. In Elsnigk ist man guter Dinge, neue Kundenkreise gewinnen zu können. Als mittelfristig gestecktes Ziel will GUSSEK Fensterbau die Sparten Fertighaus-Fenster und individuelles Projektgeschäft mit Denkmalschutz-Fenster wie auch Neubau- Fenster zu gleichen Teilen produzieren.

 

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